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Nützliche Hinweise

Tipps zur Veröffentlichung von Veranstaltungs-Fotos*

Grundsatz 1:

Fotos/Bildaufnahmen** dürfen stets nur mit Einwilligung der abgebildeten Personen veröffentlicht werden!

Wie wird die Einwilligung eingeholt?

• durch mündliche oder schriftliche Zustimmung (direkte Einwilligung)

• durch eine erkennbare »stillschweigende« Zustimmung, z. B. durch Posieren, erkennbare Wahrnehmung des Fotografen (Lächeln in Kamera, Blick in Kamera etc.) und »Beziehung« zwischen abgebildeter Person und Fotograf. BEACHTE: Es muss zugleich für die abgebildete Person offensichtlich sein, dass das Foto veröffentlicht wird!

• bei Kindern und Jugendlichen ist die Zustimmung der Kinder/Jugendlichen und der gesetzlichen Vertreter einzuholen

Wann benötigt man keine Einwilligung?

• es wird das Ereignis an sich abgebildet und Personen agieren als »Beiwerk«

• Fotos von Versammlungen u. ä., an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben (sofern sie nicht ausdrücklich einer Abbildung erkennbar widersprechen, u. a. durch Handbewegungen, direkte Ansprache etc.)

• außerdem: Fotos, die Zeitgeschichte dokumentieren oder einem »höheren Interesse der Kunst« dienen

 

Tipps für Fotografieren auf Chorkonzerten, Wettbewerben etc.*

Grundsatz 2: Fotografieren kann in der Regel jeder, Veröffentlichungen bedürfen der Einwilligung!

Fotoaufnahmen bei Konzerten

• Das Recht, das Fotografieren während einer Veranstaltung zu erlauben und zur Veröffentlichung frei zu geben, liegt beim Veranstalter bzw. dem »Hausherren« des Veranstaltungsortes

• Bei Nutzung eines Veranstaltungsortes ist das »Hausherren«-Prinzip zu klären und damit auch, ob Fotos in den Räumlichkeiten überhaupt erlaubt sind, in denen der Chor etc. zeitweise das Hausrecht ausübt;

 Tipp: bei Klärung des Auftrittsortes klären Sie, ob Fotos im Gebäude erlaubt sind (insbesondere wichtig bei Auftritten in Museen, (teil)öffentlichen Gebäuden, Parks etc.)

 

Aufnahmen von Chorsängern während des Konzertes

• Es gilt das Prinzip der stillschweigenden Einwilligung (in der Regel wird aus der Teilnahme an einem Konzert, Wettbewerb etc. die Einwilligung der Teilnehmer an der Erstellung und Veröffentlichung von Bildern geschlossen; Wettbewerbe sind öffentlich bzw. zumindest teilöffentlich, Pressefotografen/TV gehen von konkuldenter Einwilligung aus zum Zwecke der Veröffentlichung)

Tipp: bereits bei Aufnahme eines Chormitgliedes sollte von ihm eine Einwilligung eingeholt werden, dass Fotos von Auftritten, Konzertreisen, Wettbewerben etc. veröffentlicht werden können

 

Aufnahmen von Chören, Sängern etc. durch Privatpersonen bei Konzerten etc.

• zunächst gilt das Prinzip der stillschweigenden Einwilligung zur Veröffentlichung auch hier, sofern die Aufnahme von Foto, Videos und Musikmitschnitten nicht erkennbar untersagt wurde (z. B. auf Eintrittskarten, in Programmflyern, -heften, am Einlass etc.)

Tipp: Wird das Fotografieren und Veröffentlichen etc. durch Dritte nicht erwünscht, so ist das für das Publikum erkennbar am Einlass oder den o. g. genannten Elementen anzumerken.

 

Aufnahmen von Publikum etc. im Rahmen einer Veranstaltung

Es gilbt auch hier der Grundsatz: Fotos dürfen stets nur mit Einwilligung der abgebildeten Personen veröffentlicht werden! mit seinen Erläuterungen.

Tipp: Machen Sie das Publikum in geeigneter Form (Aushang am Einlass, Eintrittskarte, Programmheft etc.) darauf aufmerksam, dass während des Konzertes Fotoaufnahmen zum Zwecke der Veröffentlichung gemacht werden. Geben Sie Personen die Möglichkeit, Ihnen mitzuteilen, dass Sie es nicht wünschen, abgebildet zu werden.

 

Fotoaufnahmen haben einen Bildautor

Jedes Bild hat einen Autor! Es gibt keinen Verein, keine Gruppe etc., die ein Foto gemacht hat. Ein Foto hat stets einen Namen! Das Urheberrechtsgesetz verlangt, diesen Namen als Quelle mit einem Fotocredit – Foto: Max.Mustermann – bei einer Veröffentlichung hinzuzufügen.

Merke: Der Bildautor ist ggf. auch im Streitfall jener, der für die Wahrung der Rechte Dritter (also abgebildeter Personen) verantwortlich ist!

 

Nutzung von Archivaufnahmen zur Veröffentlichung

Auch Archivaufnahmen unterliegen dem Kunsturheberrechtsgesetzes und müssen entsprechend behandelt werden. Ist der Abgebildete verstorben, bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten bzw. –  wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind – die Eltern des Abgebildeten.

Zudem ist bei Archivaufnahmen das Urheberrecht zu beachten. Der Urheber – Fotograf – muss bei Veröffentlichung ersucht werden. Bei Tod des Urhebers geht das Recht auf dessen Erben über und wird 70 Jahre bis nach dessen Tod von diesen wahrgenommen. Eine Ausnahme besteht, wenn nachweislich ein zeitlich und räumlich (im Sinne der medialen Nutzung) unbegrenztes Nutzungsrecht für die Aufnahmen vom Urheber auf den Nutzer übertragen wurde.

 

* Diese Tipps gelten nicht als Rechtsberatung. Sie basieren auf den gesetzlichen Grundlagen des Kunsturheberrechtsgesetzes. Die Tipps stellen keine Vollständigkeit dar, sondern sind auf alltägliche Situationen im Chorleben beschränkt.

** Fotos/Bildaufnahmen werden hier synonym für Foto- und bildliche Aufnahmen durch andere geeignete Geräte (Smartphones, Camcorder etc.) verwendet.